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Update: 22.04.2013

Modulnorm IGS-H0e

1. Einleitung

Die Aufgabe einer Norm zum Bau von H0e-Modulen ist es sicherzustellen, dass alle unter Beachtung dieser Norm gebauten Module mechanisch und elektrisch zusammen passen und sich beliebig zu einem Arrangement vereinen lassen, welches eine betriebsfähige Modellbahnanlage darstellt.
Die IG Schmalspurmodule Sachsen hat aufgrund abweichender Zielsetzungen und Vorgaben zu bestehenden H0e-Normen ihre eigene Modulnorm IGS-H0e entwickelt. Als Grundlage dafür wurde eine bereits bestehende H0e-Norm genutzt und für die Zwecke der IG vereinfacht und angepasst.
Die bisher in der Praxis gemachten Erfahrungen zu bestimmten Vorgehensweisen oder Produkten im Modulbau, für den Fahrbetrieb oder die Gestaltung der Landschaft werden am Ende der Norm als Empfehlungen aufgezeigt. Diese sind zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber wünschenswert, da es dem Anlagengesamtkonzept zu einem einheitlichen Erscheinungsbild verhilft.

Hinweis: Die Modulnorm IGS-H0e ist nicht direkt kompatibel zu anderen H0e-Normen wie FREMO oder EMFS! Eine Kombination mit anderen H0e-Normen ist jedoch mit minimalen Anpassungen realisierbar. 

2. Modulprofile

Die Modulprofile H0e-S_P01 (Flachprofil) und H0e-S_P03V (Bergprofil) sehen eine Schotterbettung von 4 mm vor, das Bergprofil dient vor allem der Darstellung erzgebirgstypischer Motive.

Hinweis: Die Modulprofile sind direkt kompatibel zur FREMO-Norm, aber nicht direkt kompatibel zur EMFS-Norm.

3. Modulkästen

Beim Bau der Modulkästen ist darauf zu achten, dass die Seitenteile mindestens 80 mm hoch sind und die Stabrichtung der Tischlerplatte in Längsrichtung verläuft, da es sonst zu Brüchen im Material kommen kann. Die Modulprofile sind entsprechend der Konstruktion nach unten zu verlängern. Die Modulkästen sind grundsätzlich zu lackieren, die Stirnseiten der Modulkästen sollten dabei frei von Farbe bleiben, da sonst durch die zusätzliche Farbschicht bei der Demontage der Modulkästen starke Verklebungen und somit Beschädigungen auftreten können. Der Farbton für die Außenfarbe der Modulkästen ist RAL 8017 - Schokobraun matt.
Für die Verschraubung der Modulkästen untereinander sind Flügelschrauben M6 (Länge mindestens 60 mm) mit entsprechenden Flügelmuttern zu verwenden (keine normalen Muttern!), die Bohrungen in den Modulkästen sollten einen Durchmesser von 10 mm besitzen, damit ist ein geringer Höhen-/Seitenausgleich bei der Montage der Module möglich.

Hinweis: Module, die bei Ausstellungen eingesetzt werden sollen, müssen eine geschlossene Geländedecke und Grundzüge des Landschaftsbaus aufweisen. Module im Rohbau sind nicht gestattet!

4. Modulbeine

Die Modulbeine sind höhenverstellbar auszuführen und fest mit dem Modulkasten zu verschrauben, jedes Modul sollte mindestens zwei, Bahnhöfe oder Betriebsstellen müssen vier Beine je Modulkasten besitzen. Bei großen Modulkästen ist an den Modulbeinen ein Spannkreuz anzubringen. Die Höhe der Beine muss so ausfallen, dass die Schienenoberkante des Moduls 110 cm über dem Fußboden ergibt. Die Modulbeine sind ebenfalls mit Holzschutzlasur gegen Feuchtigkeit zu behandeln und möglichst mit RAL 8017 (Schokobraun matt) zu lackieren (keine Acrylfarbe!).

Hinweis: Die Höhe der Schienenoberkante nach Modulnorm IGS-H0e ist nicht direkt kompatibel zu anderen H0e-Normen wie FREMO oder EMFS! Eine Kombination mit anderen H0e-Normen ist jedoch mit höhenverstellbaren oder einem weiteren Satz Modulbeinen realisierbar, sofern diese auf eine Höhe von 130 cm einstellbar sind.

5. Oberbau

Der Oberbau ist analog der Modulprofile mit einer feinporigen Korkbettung oder Sperrholzbrettchen (4 mm) zu versehen. Die Gleistrasse sollte im Modulkasten 4 mm nach unten abgesenkt sein, damit das Korkbett an die Modulkante anstößt (nicht aufliegt!).

6. Gleisbau

Die verwendeten Gleissysteme dürfen in der Profilhöhe Code 83 (2,1 mm) nicht über- und Code 70 (1,8 mm) nicht unterschreiten. Der Radius bei Gleisbögen in Bahnhöfen und auf freier Strecke darf 700 mm nicht unterschreiten. Die Weichen sollten möglichst schlanke Abzweigwinkel aufweisen und mit elektrischen Motorantrieben oder Servos ausgestattet sein.

7. Schotter

Es wird feiner Steinschotter in der Farbgebung (braun/grau) empfohlen.

8. Landschaft

Eine realistische Landschaftsgestaltung ist Voraussetzung für eine harmonische Modullandschaft. Daher sind „Flaschenputzer-Fichten“, Kunststofftannen oder Streumehl nicht gestattet! Als Jahreszeit wurde Spätsommer festgelegt. Die Landschaft sollte typisch sächsisch gestaltet werden, z. B. mit Motiven aus dem Erzgebirge oder dem Mügelner Land.
Als Landschaftsmaterialien werden für eines möglichst einheitliches Erscheinungsbild nur hochwertige Materialien empfohlen. Für die elektrostatische Begrasung haben sich in der Praxis bestimmte Materialien und Farben als empfehlenswert herausgestellt (siehe Empfehlungen). Diese Fasern werden mit Noch Graskleber (Art.-Nr: 61131) oder mit dem üblichen Ponal-Wasser-Gemisch befestigt. Schotter, Staub und Splitt werden ebenfalls mit einem Ponal-Wasser-Spülmittel-Gemisch befestigt.

9. Technik
9.1. Digitalsystem
Der Fahrbetrieb wird ausschließlich mit einem DCC-Digitalsystem durchgeführt, es kommt die multiZENTRALEpro (Funkzentrale) mit Roco-Boostern zum Einsatz. Als Handregler wird die multiMAUSpro (Funkmaus) eingesetzt, es können aber auch alle anderen zum RocoNet-Bus (vereinfachter X-Bus) kompatiblen Handregler (multiMAUS, Lokmaus 2/3) genutzt werden. In diesem Fall muss eine RocoNet-Busleitung mit entsprechenden Buchsen (RJ12) unter den Modulen angeschlossen werden. Für den Bedarfsfall der stationären Nutzung einer multiMAUS sind bei Betriebsmodulen RocoNet-Buchsen (RJ12) vorzusehen. Die Kabelbelegung für diese Busleitung ist 4-adrig (RJ12: die beiden äußeren PINs bleiben frei) und sie sind 1:1 verdrahtet.

9.2. Modulverdrahtung
Die Modulverdrahtung ist für einen vereinfachten DCC-Betrieb mit je einer doppelten Versorgungsleitung für Fahrstrom (digital: blau/rot) und Zubehör/Wechselstrom (analog: schwarz/gelb) vorgesehen. Der Querschnitt dieser Leitungen darf 1,5 qmm nicht unterschreiten. Die elektrische Verbindung der Module untereinander erfolgt mittels farbig passenden Verbindungsleitungen (ca. 50 cm, 1,5 qmm) und daran befestigten Bananensteckern (4 mm) in der jeweiligen Leitungsfarbe. Die zugehörigen farbigen Buchsen sind jeweils am Modulende (jede Modulseite 4 Stück) fest eingebaut.
Der Fahrstrom wird an jedem Modulübergang über Verteiler oder "Stromdiebe" an die Gleise des Moduls verzweigt, beim Zubehörstrom erfolgt die Versorgung je nach Bedarf an die Endverbraucher (Weichenmotoren, Lampen usw.).

ACHTUNG: Die Versorgungsleitungen für Zubehör/Wechselstrom (schwarz/rot) entsprechen NICHT gültigen VDE-Vorschriften - Nachbau, Anschluss und Nutzung erfolgen auf eigene Gefahr!

Hinweis:
Die elektrischen Anschlüsse der Modulnorm IGS-H0e sind nicht direkt kompatibel zu anderen H0e-Normen wie FREMO oder EMFS. Eine Kombination mit anderen H0e-Normen ist jedoch mit geringen Anpassungen realisierbar.

10. Betriebsstellen

Für Betriebsstellen (Bahnhöfe, Werksanschlüsse, Abzweige) ist bei Nutzung einer stationären multiMAUS (mit Kabel) folgende Ausstattung erforderlich:
- eine hinreichende Anzahl RocoNet-Buchsen (RJ12) auf der Bedienerseite sowie
- Auflagen incl. Befestigungen für Handregler.
Die Bedienelemente für Weichen und Signale sind beidseitig am Modulkasten anzubringen, sie müssen auf der "Besucherseite" abschaltbar sein (Umschalter unter dem Modul). Die Stellung der Kippschalter muss die Lage der Weichen bzw. des Fahrweges wiedergeben, NICHT die Stellung der Weichenzunge!

11. Fahrzeuge
In den eingesetzten Lokomotiven muss ein DCC-Lokdecoder eingebaut sein. Die Decodereinstellungen bei der Anfahr- und Bremsverzögerung (CV 3/4) dürfen nur einen sehr kleinen Wert aufweisen, ebenso sollte die Maximalgeschwindigkeit (CV 5/6) der Vorbildgeschwindigkeit (30 km/h) angepasst sein.
Die eingesetzten Fahrzeuge sollten über eine funktionsfähige Scharfenbergkupplung (Modellbau Veit) verfügen oder zumindest mit einem passenden Adapter für andere Kupplungen (Trichter- oder Bügelkupplung) ausgestattet sein. Alle Fahrzeuge sind mit einer eindeutigen Kennzeichnung des Eigentümers zu versehen.

12. Fahrbetrieb

Die Vorgaben bezüglich eingesetzter Fahrzeuge beschränken sich auf die Auswahl innerhalb einer Epoche. Sie sollten dem sächsischen Vorbild entsprechen, bevorzugt wird die Deutsche Reichsbahn der Epoche IV. Im "Museumsbetrieb" sind auch Fahrzeuge anderer Epochen und Bahnverwaltungen zulässig. Auf Fahrplan, Fahrzeiten oder festgelegte Zugbewegungen verzichten wir freiwillig ...

13. Empfehlungen zur Modulnorm IGS-H0e
Die ergänzenden Empfehlungen werden gerade aktualisiert und überarbeitet ...

14. Aktueller Stand: 27.03.2013

15. Download: Modulnorm (PDF)


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